Einleitendes:             


Grundsatz: Motive gibt es überall!
Ableitung: Kamera mitnehmen - die besten Motive sind schon ungebannt geblieben, weil keine Kamera zur Hand war.

Welche Kamera ist die Beste?
Diese Frage ist sehr leicht zu beantworten. Die beste Kamera ist immer die, welche man dabei hat. Oder anders ausgedrückt: die eigene Kamera ist die beste. Was nützt eine professionelle Ausstattung, die 20 Kilo wiegt und zu Hause im Schrank steht. Die kleine APS, Sucher- oder Digitalkamera, die man zur Hand hat, wird hier sicherlich die besseren Bilder machen.

Gestaltungsregeln:
Der goldene Schnitt, der besagt, daß der bildwichtigste Teil nicht in der Bildmitte und die Horizontallinie nach oben oder unten verschoben sein soll, ist eine treffende Aussage. Ebenso gilt das für alle Hinweise, wie man die Kamera halten, welche Belichtungszeiten man wählen und in welchen Fällen man blitzen soll etc.
Ich reduziere diese Regeln aber gern auf einen einzigen Punkt: das Ergebnis muß mir gefallen!
Zugegeben: abgeschnittene Beine und Köpfe gefallen mir auch nicht und ein völlig verschwommen aufgenommenes Motiv ärgert mich geradezu. Das liegt aber nicht daran, daß alle Regeln zur Fotografie diese Meinung vertreten, sondern an meinem eigenen Empfinden. Darum: die eigenen Bilder sollte zunächst einmal auch nur  der Fotograf beurteilen. Die Meinung anderer ist nur dort wichtig, wo sie die eigene Fähigkeit zur Bildgestaltung verbessert, schlichtweg lobt oder einem in einer anderen Weise Antrieb gibt, neue und vielleicht sogar bessere Bilder zu machen.

Wichtigste Regel für Hobbyfotografen (wie mich):
Ein Hobby ist eine Liebhaberei und das bedeutet schlichtweg, daß es Spaß machen muß. Fotografie kann Kunst und Wissenschaft sein - doch so ernsthaft betrieben wird der Spaß schnell ruiniert.

Digitale Fotografie:
Die Auswahl digitaler Foto-Kameras ist in jeder Hinsicht groß geworden: Preis, Auflösung, Features haben sich gewandelt.  Ich selbst benutzte eine Olympus Camedia 1000L, nachdem ich zuvor mit einer Kodak DC20 die ersten digitalen Gehversuche unternahm. Meine herkömmliche SLR-Kamera wurde arbeitslos, nachdem ich entsetzt feststellen mußte, daß meine alten Dias mit den Jahren verbleichen. Eine Datei auf dem Rechner verliert zumindest durch Lagerung nicht an Informationsgehalt; wobei die Anfertigung.von sicherheitskopien hier dringend empfohlen wird. Auch Dateien sind nicht 'unsterblich'. Im Laufe der Zeit veränderten sich meine Ansprüche. Nach der C1000L kamen verschiedene andere kompakte Digitale und inzwischen bin ich bei D-SLR, einer Canon 300D, 10D, 20D angekommen. Jetzt sind nicht mehr nur Kameras das Thema, sondern viel mehr die Frage nach Objektiven :-)

 

Allgemeine Foto-Tips:

Tip 1:
Ein Auge schließen

Ein Bild vermittelt einen zweidimensionalen Eindruck des Gesehenen. Um im Vorfeld schon zu erkennen, wie das Bild hinterher aussehen wird, empfiehlt es sich, ein Auge zu schließen - dadurch sehen Sie in etwa dasselbe wie Ihr Objektiv. Wenn Sie dann noch aus Daumen und Zeigerfinger Ihrer Hände ein Rechteck formen und durch dieses schauen, haben Sie einen recht genauen Eindruck des späteren Bildes.

Tip 2:
Motiv umkreisen
Es lohnt sich meist, ein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die Bildaussage verändert sich, je nach dem, von welchem Standort aus das Motiv aufgenommen wurde.

Tip 3:
Blickwinkel ändern
Gehen Sie ruhig öfter einmal auf die Knie oder legen Sie sich auf den Boden. Eine Blume z.B. wirkt sehr verschieden, je nach dem, ob sie von oben, von der Seite oder gar von unten aufgenommen wurde. Was für die Blume zutrifft, das läßt sich auch auf die meisten anderen Motive anwenden.

Tip 4:
Sonnenstand beachten
Zwar ist es meist einfacher, bei einer Aufnahme die Sonne im Rücken zu haben - doch der besondere Reiz von Gegenlichtaufnahmen ist nicht zu leugnen. Je nach Sonnenstand ist auch die Schattenwirkung verschieden. Es lohnt sich, Schatten in die Gestaltung mit einzubeziehen und ihr reizvolles Spiel dort zu zeigen, wo es nicht störend wirkt. Auf Gesichtern freilich sollten sich meist keine Schattenspiele abzeichnen.

Tip 5:
Bedeckter Himmel
Es muß nicht immer strahlender Sonnenschein herrschen. Bei bedecktem Himmel wirken Farben weicher und oft angenehmer; harte Kontraste fallen viel angenehmer aus und störende Schatten entstehen erst gar nicht.

Tip 6:
Regenwetter
Auch bei Regenwetter finden sich viele herrliche Motive - oft gerade sogar nur da. Hier gilt es nur, darauf zu achten, daß die Kamera nicht richtig naß wird.
Sogenanntes Schlechtwetter zeigt die Welt oft aus einem völlig anderen Blickwinkel. Nebel, klirrende Kälte, Regen, Sturm - es gibt kein Wetter, das Fotografie verunmöglicht. Eher im Gegenteil.

Tip 7:
Strukturen suchen
Manchmal wirken Gesamtaufnahmen richtig langweilig - während Detailaufnahmen die Bildaussage deutlich erhöhen können. Es lohnt sich, Strukturen zu suchen. Ein Tisch mag nichts aussagen - wohl aber die feine Maserung seiner Holzplatte. Ein Hochhaus kann imposant sein - doch die Struktur der Fensterreihen mag im Einzelfall mehr über das Haus aussagen. Überall finden sich Strukturen, die einen Blick und ein Bild wert sind.

Tip 8:
Sparsam blitzen
Es ist natürlich bequem, ungünstige Lichtverhältnisse oder schnelle Bewegungen mit Hilfe eines Blitzes zu umgehen. Doch der Blitz zerstört meist auch die besondere Atmosphäre des Ortes. Gefährlich ist er bei der Aufnahme von Insekten, Schmetterlingen etc.; er läßt die Tiere womöglich erblinden!

Tip 9:
Stilleben
In sicherlich jedem Haushalt finden sich viele Gegenstände, die für eine solche Aufnahme herhalten können. Auch Flohmärkte etc. bieten hier eine Menge an Motiven und Möglichkeiten. Die gestalterische Freiheit wird nicht eingeschränkt. In aller Ruhe lassen sich solche Motive anordnen - hier kann der Fotograf mit den verschiedensten Formen und Farben nach Herzenslust experimentieren.

Tip 10:
Table-Top
Ein Bild muß nicht die Wirklichkeit abbilden - es kann sie auch vortäuschen! Kleine Spielfiguren können zu einem Heer werden; getrocknete Gräser wirken, entsprechend beleuchtet und aufgenommenm wie Gespenster und ein Haufen Stecknadeln, auf einer Glasscheibe entsprechend drappiert, kann wie eine filigrane Brücke auf dem fertigen Bild wirken. Hier ist Phantasie gefragt - und ein bißchen Spieltrieb, der wohl in jedem von uns steckt.

Tip 11:
Detailaufnahmen
Das Kind, das selbstvergessen am Strand seine Sandburg baut, ist sicherlich eine Aufnahme wert. Die Aussage des Bildes wird sich aber sehr verändern, wenn der Fotograf die Umgebung beschneidet. Je mehr Strand zu sehen ist, desto weniger wichtig ist letztlich das Kind. Es lohnt sich, den bildwichtigsten Teil auch entsprechend groß abzubilden. Das menschliche Auge neigt dazu, ein Motiv nur dann als bildwichtig zu erkennen, wenn es zumindest 1/4, besser noch 1/3 des Bildes ausfüllt.

Tip 12:
Nahaufnahmen
Näher ran ans Motiv, das ist hier die Devise. Das Kleine kann unglaublich groß sein und wirken. Dazu bedarf es nicht unbedingt eines Mikroskopes. Nahlinsen sind recht preiswert und in allen gängigen Durchmessern zu erstehen. Sie haben den großen Vorteil, daß sie sich auch miteinander kombinieren lassen - man sollte dann allerdings immer die schwächere Linse zuerst vor das Objektiv schrauben.

Tip 13:
Augenhöhe
Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Objekt. Gerade bei Kinder- und Tieraufnahmen wirkt der falsche Blickwinkel oft störend. Der Hamster z.B. wird, von oben aufgenommen, immer klein und deplaziert wirken. Aus Augenhöhe fotografiert, wo Perspektive und Größenvergleich stimmen, wird dieser Hamster einen ganz anderen Eindruck hinterlassen.

Tip 14:
Fremde Menschen
Nicht zu Unrecht betrachten fremde Menschen es als Eingriff in Ihre Privatshäre, wenn sie ungefragt fotografiert werden. Es ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit, sich zuvor die Erlaubnis einzuholen. Ohne entsprechende Erlaubnis haben Sie auch kein Recht, solche Bilder jemandem zu zeigen oder sie gar zu veröffentlichen.

Tip 15:
Die Heimatstadt
Die meisten Fotos werden sicherlich im Urlaub geschossen. Aber auch die eigene Stadt bietet ein Vielzahl an Motiven, die nur zuerst bewußt gesehen werden wollen. Die Wahl der Motive, der Bildausschnitte und Bildaussagen ermöglicht es, aus jeder Stadt, egal wie groß und bekannt, eine ganze Fotoserie anzufertigen, die den entsprechenden Ort spannend und interessant wirken läßt.

Tip 16:
Sammelthemen
Manche Leute sammeln Münzen, andere Briefmarken und wieder andere Email-Schilder. Auch der Fotograf kann sammeln - und meist muß er dazu die Objekte seiner Lust nicht einmal erwerben. Reizvolle Sammelthemen lassen sich überall entdecken: Fenster, Türgriffe, Wirtshausschilder, Briefkästen, Sonnenschirme - das Gebiet ist vielfältig und groß.

Tip 17:
Reportagen
Auch dies ist ein Thema für Serien-Aufnahmen. Allerdings bedarf es dazu nicht weltpolitischer Wichtigkeiten. Eine Reportage über einen Besuch im Zoo, über den normalen Wochenmarkt, über ein Weinfest bieten sich ebenso an.

Tip 18:
Grafisch denken
Einer Aufnahme schadet es, wenn all ihre Motive ineinander übergehen. Das grüne Kleid wird in der grünen Wiese nicht auffallen. Es hilft, in Kontrasten zu denken - hier werden dann glatte Flächen mit Strukturen begrenzt; Licht gegen Schatten gestellt, kalte Farben wie Blau und Grün mit warmen Farben wie Rot und Gelb kombbiniert.

Tip 19:
Maßstab mitgeben
Eine formatfüllend abgebildete Ameise mag phantastisch wirken - das menschliche Auge wird sie nur noch unschwer als Ameise erkennen können. Erst, wenn außer der Ameise noch ein Stückchen des Grashalmes zu sehen ist, auf dem sie gerade herum turnt, findet das Auge einen bekannten Maßstab, an dem sich das Motiv messen läßt. Ein wenig Umgebung hilft bei jeder Aufnahme bei der Zuordnung.

Tip 20:
Serien aufnehmen
Viele Motive sind in ihrer Art einmalig. Sie kommen nicht wieder. Hier eine einzige Aufnahme zu machen, kann durchaus bedeuten, eine Gelegenheit zu vertun. Denn immerhin kann diese Aufnahme durch vielfältige Ursachen nicht das gewünschte Ergebnis liefern. Nehmen Sie eine ganze Serie auf. Wenn Sie z.B. zehn Bilder von dem spielenden Kätzchen aufnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, ein wirklich gutes Bild zu bekommen, recht groß. Auch lohnt es sich, mit verschiedenen Belichtungszeiten, Beleuchtungen etc. immer wieder dasselbe Motiv abzulichten.

zurück                    zur Startseite