Allgemeine
Foto-Tips:
Tip 1:
Ein Auge schließen
Ein Bild vermittelt einen zweidimensionalen Eindruck des Gesehenen. Um im Vorfeld schon
zu erkennen, wie das Bild hinterher aussehen wird, empfiehlt es sich, ein Auge zu
schließen - dadurch sehen Sie in etwa dasselbe wie Ihr Objektiv. Wenn Sie dann noch aus
Daumen und Zeigerfinger Ihrer Hände ein Rechteck formen und durch dieses schauen, haben
Sie einen recht genauen Eindruck des späteren Bildes.
Tip 2:
Motiv umkreisen
Es lohnt sich meist, ein Motiv aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die
Bildaussage verändert sich, je nach dem, von welchem Standort aus das Motiv aufgenommen
wurde.
Tip 3:
Blickwinkel ändern
Gehen Sie ruhig öfter einmal auf die Knie oder legen Sie sich auf den Boden. Eine Blume
z.B. wirkt sehr verschieden, je nach dem, ob sie von oben, von der Seite oder gar von
unten aufgenommen wurde. Was für die Blume zutrifft, das läßt sich auch auf die meisten
anderen Motive anwenden.
Tip 4:
Sonnenstand beachten
Zwar ist es meist einfacher, bei einer Aufnahme die Sonne im Rücken zu haben - doch der
besondere Reiz von Gegenlichtaufnahmen ist nicht zu leugnen. Je nach Sonnenstand ist auch
die Schattenwirkung verschieden. Es lohnt sich, Schatten in die Gestaltung mit
einzubeziehen und ihr reizvolles Spiel dort zu zeigen, wo es nicht störend wirkt. Auf
Gesichtern freilich sollten sich meist keine Schattenspiele abzeichnen.
Tip 5:
Bedeckter Himmel
Es muß nicht immer strahlender Sonnenschein herrschen. Bei bedecktem Himmel wirken Farben
weicher und oft angenehmer; harte Kontraste fallen viel angenehmer aus und störende Schatten
entstehen erst gar nicht.
Tip 6:
Regenwetter
Auch bei Regenwetter finden sich viele herrliche Motive - oft gerade sogar nur da. Hier
gilt es nur, darauf zu achten, daß die Kamera nicht richtig naß wird.
Sogenanntes Schlechtwetter zeigt die Welt oft aus einem völlig anderen Blickwinkel.
Nebel, klirrende Kälte, Regen, Sturm - es gibt kein Wetter, das Fotografie
verunmöglicht. Eher im Gegenteil.
Tip 7:
Strukturen suchen
Manchmal wirken Gesamtaufnahmen richtig langweilig - während Detailaufnahmen die
Bildaussage deutlich erhöhen können. Es lohnt sich, Strukturen zu suchen. Ein Tisch mag
nichts aussagen - wohl aber die feine Maserung seiner Holzplatte. Ein Hochhaus kann
imposant sein - doch die Struktur der Fensterreihen mag im Einzelfall mehr über das Haus
aussagen. Überall finden sich Strukturen, die einen Blick und ein Bild wert sind.
Tip 8:
Sparsam blitzen
Es ist natürlich bequem, ungünstige Lichtverhältnisse oder schnelle Bewegungen mit
Hilfe eines Blitzes zu umgehen. Doch der Blitz zerstört meist auch die besondere
Atmosphäre des Ortes. Gefährlich ist er bei der Aufnahme von Insekten, Schmetterlingen
etc.; er läßt die Tiere womöglich erblinden!
Tip 9:
Stilleben
In sicherlich jedem Haushalt finden sich viele Gegenstände, die für eine solche Aufnahme
herhalten können. Auch Flohmärkte etc. bieten hier eine Menge an Motiven und
Möglichkeiten. Die gestalterische Freiheit wird nicht eingeschränkt. In aller Ruhe
lassen sich solche Motive anordnen - hier kann der Fotograf mit den verschiedensten Formen
und Farben nach Herzenslust experimentieren.
Tip 10:
Table-Top
Ein Bild muß nicht die Wirklichkeit abbilden - es kann sie auch vortäuschen! Kleine
Spielfiguren können zu einem Heer werden; getrocknete Gräser wirken, entsprechend
beleuchtet und aufgenommenm wie Gespenster und ein Haufen Stecknadeln, auf einer
Glasscheibe entsprechend drappiert, kann wie eine filigrane Brücke auf dem fertigen Bild
wirken. Hier ist Phantasie gefragt - und ein bißchen Spieltrieb, der wohl in jedem von
uns steckt.
Tip 11:
Detailaufnahmen
Das Kind, das selbstvergessen am Strand seine Sandburg baut, ist sicherlich eine Aufnahme
wert. Die Aussage des Bildes wird sich aber sehr verändern, wenn der Fotograf die
Umgebung beschneidet. Je mehr Strand zu sehen ist, desto weniger wichtig ist letztlich das
Kind. Es lohnt sich, den bildwichtigsten Teil auch entsprechend groß abzubilden. Das
menschliche Auge neigt dazu, ein Motiv nur dann als bildwichtig zu erkennen, wenn es
zumindest 1/4, besser noch 1/3 des Bildes ausfüllt.
Tip 12:
Nahaufnahmen
Näher ran ans Motiv, das ist hier die Devise. Das Kleine kann unglaublich groß sein und
wirken. Dazu bedarf es nicht unbedingt eines Mikroskopes. Nahlinsen sind recht preiswert
und in allen gängigen Durchmessern zu erstehen. Sie haben den großen Vorteil, daß sie
sich auch miteinander kombinieren lassen - man sollte dann allerdings immer die
schwächere Linse zuerst vor das Objektiv schrauben.
Tip 13:
Augenhöhe
Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Objekt. Gerade bei Kinder- und Tieraufnahmen wirkt der
falsche Blickwinkel oft störend. Der Hamster z.B. wird, von oben aufgenommen, immer klein
und deplaziert wirken. Aus Augenhöhe fotografiert, wo Perspektive und Größenvergleich
stimmen, wird dieser Hamster einen ganz anderen Eindruck hinterlassen.
Tip 14:
Fremde Menschen
Nicht zu Unrecht betrachten fremde Menschen es als Eingriff in Ihre Privatshäre, wenn sie
ungefragt fotografiert werden. Es ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit, sich zuvor die
Erlaubnis einzuholen. Ohne entsprechende Erlaubnis haben Sie auch kein Recht, solche
Bilder jemandem zu zeigen oder sie gar zu veröffentlichen.
Tip 15:
Die Heimatstadt
Die meisten Fotos werden sicherlich im Urlaub geschossen. Aber auch die eigene Stadt
bietet ein Vielzahl an Motiven, die nur zuerst bewußt gesehen werden wollen. Die Wahl der
Motive, der Bildausschnitte und Bildaussagen ermöglicht es, aus jeder Stadt, egal wie
groß und bekannt, eine ganze Fotoserie anzufertigen, die den entsprechenden Ort spannend
und interessant wirken läßt.
Tip 16:
Sammelthemen
Manche Leute sammeln Münzen, andere Briefmarken und wieder andere Email-Schilder. Auch
der Fotograf kann sammeln - und meist muß er dazu die Objekte seiner Lust nicht einmal
erwerben. Reizvolle Sammelthemen lassen sich überall entdecken: Fenster, Türgriffe,
Wirtshausschilder, Briefkästen, Sonnenschirme - das Gebiet ist vielfältig und groß.
Tip 17:
Reportagen
Auch dies ist ein Thema für Serien-Aufnahmen. Allerdings bedarf es dazu nicht
weltpolitischer Wichtigkeiten. Eine Reportage über einen Besuch im Zoo, über den
normalen Wochenmarkt, über ein Weinfest bieten sich ebenso an.
Tip 18:
Grafisch denken
Einer Aufnahme schadet es, wenn all ihre Motive ineinander übergehen. Das grüne Kleid
wird in der grünen Wiese nicht auffallen. Es hilft, in Kontrasten zu denken - hier werden
dann glatte Flächen mit Strukturen begrenzt; Licht gegen Schatten gestellt, kalte Farben
wie Blau und Grün mit warmen Farben wie Rot und Gelb kombbiniert.
Tip 19:
Maßstab mitgeben
Eine formatfüllend abgebildete Ameise mag phantastisch wirken - das menschliche Auge wird
sie nur noch unschwer als Ameise erkennen können. Erst, wenn außer der Ameise noch ein
Stückchen des Grashalmes zu sehen ist, auf dem sie gerade herum turnt, findet das Auge
einen bekannten Maßstab, an dem sich das Motiv messen läßt. Ein wenig Umgebung hilft
bei jeder Aufnahme bei der Zuordnung.
Tip 20:
Serien aufnehmen
Viele Motive sind in ihrer Art einmalig. Sie kommen nicht wieder. Hier eine einzige
Aufnahme zu machen, kann durchaus bedeuten, eine Gelegenheit zu vertun. Denn immerhin kann
diese Aufnahme durch vielfältige Ursachen nicht das gewünschte Ergebnis liefern. Nehmen
Sie eine ganze Serie auf. Wenn Sie z.B. zehn Bilder von dem spielenden Kätzchen
aufnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, ein wirklich gutes Bild zu bekommen, recht groß.
Auch lohnt es sich, mit verschiedenen Belichtungszeiten, Beleuchtungen etc. immer wieder
dasselbe Motiv abzulichten. |