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Die Sonne
Die Sonne ist ein ganz gewöhnlicher Stern; einer von der Sorte, von der unzählige am nächtlichen Himmel leuchten. Für uns Menschen ist sie einzigartig, denn sie befindet sich genau in der Entfernung von der Erde, die nötig ist, um Leben zu ermöglichen. Insofern also ist unsere Sonne ein ganz besonderer Stern. Die Sonne ist auch der einzige Stern, auf dessen Oberfläche wir Erscheinungen beobachten können. Alle anderen Sterne bleiben sogar im stärksten Teleskop nur Lichtpunkte - die Sonne aber zeigt sich als leuchtender Ball, auf dem sich aufregende Ereignisse beobachten lassen. Um die Sonne zu beobachten, ist ein Sonnenfilter unbedingte Voraussetzung! Alle Hinweise, daß es 'billiger' ginge, sind gefährlich. Sie sollten nicht mit Ihrem Augenlicht spielen! Manches 'Billigteleskop' liefert einen Okularsonnenfilter mit. Vergessen Sie das Teil sofort! Rußgeschwärzte Gläser, CD's, Rettungsfolien etc.; all dies ist völlig ungeeignet, um der Sonne ins 'Gesicht' zu sehen. Es gibt spezielle Filterfolien für die Sonnenbeobachtung, doch nach meiner Erfahrung ist das Bild, das durch sie möglich ist, kein Erlebnis. Ein guter Glassonnenfilter kostet, je nach Öffnung, durchaus über 300 Euro - aber wer einmal das Spiel der Sonnenflecken beobachtet hat und sich davon faszinieren ließ, wird die entstandenen Kosten schnell vergessen. Das linke Bild (beide Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern) zeigt einen 8" großen Glassonnenfilter auf meinem Dobson. Er besitzt die Dichte ND5, sprich, er läßt nur 0,001% des Sonnenlichtes passieren. Ich besaß zuvor einen Filter ND4 mit einem Durchlaß von 0,01% und halte diese Dichte für visuelle Beobachtung für höchst gefährlich, wenn sie ohne weitere Dämpffilter benutzt wird. ND5 erlaubt es, auch die hoch stehende Sonne ohne weitere Dämpffilter zu betrachten. Auf dem rechten Bild sieht man den Telrad-Finder und erkennt unschwer, wozu Sonnen-Filterfolie brauchbar ist: ich habe einen Papprahmen gebastelt und in diesen jene Folie geklebt. Wer einen Sucher besitzt, sollte ähnlich vorgehen. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß das Sonnenlicht auch nicht durch diese Hilfsmittel dringen kann. Außerdem kann man Telrad oder Sucher jetzt auch benutzen, um auf die Sonne zu visieren. Die Beobachtung der Sonne hat ein paar ganz entscheidende Vorteile: die Stadtnähe stört hier überhaupt nicht. Man beobachtet am Tage und muß nicht früh aufstehen und sehr spät noch draußen sein. Allerdings sollte man auch nicht unbedingt in Horizontnähe beobachten wollen - dort ist die Luft sehr unruhig und es zeichnen sich keine scharfen Strukturen mehr ab. (anklicken, um das Bild größer zu sehen - 30 KB, 1024 Bildpunkte - und eine Beschreibung zu lesen) Die Sonne hat einen Durchmesser von 1392520 km, eine Masse von 333000 Erdmassen und etwa 1/4 der mittleren Dichte der Erde. Sie ist eine Gaskugel, die allein durch die Gravitation zusammen gehalten wird. Ihre Oberflächentemperatur beträgt etwa 5510°C, ihre Umlaufzeit etwa 27 Tage. Sie besteht aus Wasserstoff, Helium und einem geringen Anteil (2%) schwerer Elemente. Vieles der Sonnenaktivität läßt sich gut beobachten. Die Protuberanzen sind gewaltige Gaswolken, die sich weit über den Sonnenrand hinaus erheben können. Man kann sie aber leider nur bei einer totalen Sonnenfinsternis sehen oder mit Hilfe eines (leider sehr teuren) Protuberanzenansatzes am Teleskop. Sie unterliegen derselben 11jährigen Häufigkeitsperiode wie die Sonnenflecken. Die Flares (Eruptionen) sind kurzzeitige Helligkeitsausbrüche in begrenzten Bereichen der Photoshäre und der Chronoshäre, während derer die Intensität der UV- und Röntgenstrahlung der Sonne ansteigt. Ihre Lebensdauer beträgt einige Stunden oder auch nur wenige Minuten. Fackeln sind Störgebiete, meist nahe bei Flecken. Sie überdauern oft die Flecken selbst und sind auch im Weißlicht zu sehen, also mit einem ganz normen Teleskop. Die Sonnenflecken sind jene Oberflächenaktivität, die sich am leichtesten beobachten läßt. Man sieht sie, weil sie etwas weniger heiß sind als ihre Umgebung. Große Flecken können durchaus 200000 km Durchmesser erreichen, besitzen einen dunklen Kern (Umbra genennt) und einen helleren Hof (Penumbra) von strahlenförmiger Struktur. (anklicken, um die Bilder größer zu sehen) Sonnenflecken 'leben', wenn sie klein sind, oft nur wenige Stunden. Große Flecken können mehrere Monate hindurch bestehen; gerade bei ihnen ist die Beobachtung der Veränderung natürlich reizvoll. Die Sonne zeigt uns also jeden Tag ein anderes 'Gesicht' und nicht selten kommt es vor, daß sich nahe am Sonnenrand Oberflächenstrukturen, eine Granulation, wahrnehmen läßt. Man hat fast das Gefühl, den riesigen Gasball brodeln zu sehen. Die Sonne ist ein faszinierendes Beobachtungsobjekt, das jeder Hobby-Astronom immer wieder aufsuchen sollte.
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