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Die Götter der Nebelreiche Die Legende erzählt: Vor langer Zeit, als die Götter noch menschengleich die Nebelreiche belebten, vermählte sich Tabalke, der Gott des Schweigens, mit Liara, der Göttin des Friedens und sie zeugten Kinder, deren Nachfahren heute die Reiche bevölkern. Minosante, der Gott der Kraft, aber liebte Antares, die Göttin des Lichts. Sie aber floh ihn, da er sie in seiner Gewalt zu ersticken drohte. Ihre Liebe galt Raaki, dem dunklen Gott, der sie zu sehr verehrte, um ihr zu nahen. In rasender Eifersucht griff Minosante Raaki an, überwältigte ihn und kerkerte ihn ein; verschloß die Grube seines Gefängnisses mit dem Tylt, einem einsam hohen Berg. Saake, die zweigeschlechtliche (oder ungeschlechtliche) Gottheit der Weisheit versuchte, für Raaki zu sprechen. Denn Saake begehrte Minosante, um selbst kraftvoll zu sein. Der Gott der Kraft aber jagte nur Antares nach. Er stellte ihr eine Falle und nahm sie gefangen. Um Raaki noch mehr zu quälen, bezog er mit Antares ein Haus auf der Spitze des Tylt und das Weinen der Göttin drang durchs Erdreich hinab zu dem dunklen Gott. Da gab sich Raaki selbst den Tod, befreite sich dadurch von begrenzter Form. Er hüllte Antares ein, nahm sie mit sich und raubte sie so Minosante. Für Minosante waren damit Raaki und Antares unerreichbar und ihm blieb nichts anderes übrig, als sich mit Saake anzufreunden. Sechs Stufen der Einweihung bestimmen den
priesterlichen Pfad, sie führen auf die Ebenen der sechs Gottheiten, die nachfolgend kurz
vorgestellt sind: Tabalke, der Gott des Schweigens Tabalke steht für das Schweigen, das so viel
mehr ist als die Abwesenheit von Worten. Dieses Schweigen bedeutet die innere Stille, in
der die Gedanken zur Ruhe kommen und alles Planen, Wollen, Wünschen verstummt. In diesem
Schweigen verebben auch die Gefühle. Es ist ein Sein im Nichtsein. Es bedeutet völlige
Geborgenheit, größtmögliche Ruhe und umfassende Ganzheit. Nur ein ganzer, ein heiler
Mensch, kann die göttlichen Ebenen ertragen. Liara, die Göttin des Friedens Der Frieden Liaras hat nichts mit der
Abwesenheit von Krieg zu tun und betrifft auch primär nicht den zwischenmenschlichen
Umgang. In der Begegnung mit ihrer Kraft herrscht ein innerer Friede, der den eigenen Weg
bejaht und keine destruktiven Gedanken und Gefühle in Bezug auf das eigene Sein erlaubt.
Dieser tief empfundene innere Friede wirkt sich sicherlich auf das äußere Leben aus,
doch gilt er in seiner reinen Form als ein Seisnzustand, den nur der heile Mensch
erreichen kann. Saake, die Gottheit der Weisheit Saake besitzt kein Geschlecht, ist weder weiblich noch männlich (oder beides in einem). Der heile Mensch, der seinen Frieden fand, begegnet in Saake der wahren Weisheit, die alles andere als Wissen ist. Alles Erlernte und Erfahrene, alles, was prägte und bestimmte, verliert hier an Bedeutung. Frage und Antwort verschmelzen zur Einheit. Da ist kein Suchen und Finden mehr. Saake ist die Ebene der Weisheit, die sich auch mit Erkenntnis umschreiben läßt.
Minosante, der Gott der Kraft Minosante und seine Kraft bedeuten nicht meßbare Stärke, sondern eine geistige Wirklichkeit. Priester (und Magier) erkennen Kraft als Wirkstrom, als irdische und auch kosmische Schwingung, die alles miteinander verbindet Diese Kraft ist reine Energie. Alles Sichtbare ist verfestigte Energie, ist letztlich Kraft und Schwingung. Minosante offenbart diese Kraft, zeigt ihren Ursprung, ihre Entsprechung und ihre Wirksamkeit. Seine Ebene ist die erste der drei großen Weihen.
Raaki, der Gott des Todes Sie nennen ihn den dunklen Gott des Todes und er ist mehr gefürchtet denn geliebt. Er bedeutet Dunkelheit und Nicht-Sein. Wer seine Weihe sucht, muß wissen, daß sie ein wirkliches Absterben bedeutet. Auf der fünften Ebene stirbt das Ich. Alles, was das eigene Ich, das Ego betrifft, hat hier keinen Bestand. Oft ist es nur die Sehnsucht nach dem Licht, nach Antares, die zur Begegnung mit der Dunkelheit zwingt. Denn nur über Raaki gelangt man zur Lichtgöttin. Wer der fünften Ebene begegnet, stirbt sich selbst ab - das Ich verliert sich und macht, wenn man es aushält, Raum dem Wir. Es gibt kein Ich und kein Du, aber es gibt ein Wir, das alle und alles umfaßt und das abgetrennte Sein verschmilzt mit einer Alleinheit, die nur erlebt, nicht aber beschrieben werden kann. Anatares, die Göttin des Lichts Antares ist das Licht, das höchste Ziel priesterlichen Suchens. Ihr Licht ist keine Helligkeit, sondern Erleuchtung; ein inneres Erkennen ohne Grenzen. Sie zu finden, das bedeutet, den eigenen Mittelpunkt gefunden zu haben, gänzlich in sich gefestigt zu sein. Wer aus der eigenen Mitte heraus lebt, kann das Gleichgewicht nicht verlieren und nicht ins Wanken kommen. Wenn sich das eigene Sein und alles Geschaffene auf den Mittelpunkt konzentriert, gibt es nichts Trennendes mehr. Somit bedeutet Antares auch die letzte Freiheit des Geistes. |