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Zyklus der Nebelreiche - Band 30

ein Roman von Renate Steinbach

 

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Kapitel 3

 

Nodher war ein unter einem Herrscher geeintes Reich, dessen Land in dreißig große Gebiete aufgeteilt von ihren Fürsten, den Pechas, regiert wurde. Es gab das bergige Land der Tarden, aus dem Andraags Gemahlin Alphena stammte, das fruchtbare Gebiet von Vandar, dessen Reichtum keine Grenzen kannte und es gab auch Minas. Dieser karge Landstrich grenzte ans Königreich Moras, das Land der Sümpfe, und reichte bis zum Meer in Richtung Sarai. Minas war ein recht großes Gebiet, doch der Boden blieb karg und die Menschen dort besaßen kaum das nötigste. Markt und Handel waren selten. Kaum eine Siedlung in Minas besaß das Stadtrecht. Die kalte Zeit bedeutete hier immer auch Not und nun, da sie endete, schien eine neue Bedrohung zu entstehen.

Zur heißen Zeit geschah es oft, dass die Manaa-Fliege einen Menschen stach, der dann meist übel erkrankte und auf den Tod darnieder lag. Die Hitze drohte ihn dann zu verbrennen. In diesem Jahr zeigten sich die weiblichen Fliegen, welche jetzt aus dem Kälteschlaf erwachten, ungewöhnlich aggressiv. Zuerst waren es Kinder, die gestochen wurden, doch bald auch Erwachsene. Selbst kräftige Männer erkrankten. Die Gegenmittel der Dorfheiler bewirkten nicht viel. Furcht breitete sich in Minas aus.

Die Menschen dichteten die Fensteröffnungen mit Lederplanen ab, um die Fliegen am Eindringen zu hindern. Nur wenige konnten es sich leisten, die Fenster mit Muskovit-Scheiben zu verglasen. Fahrende Händler boten übel riechende Tinkturen feil. Wer sich damit einrieb, so versprachen sie, wurde vom Unheil verschont.

Aniela herrschte über Minas. Niemals konnte in Nodher eine Frau weltliche Macht erhalten und für sie galt keine Ausnahme, obgleich König Ilkonys ihr Bruder war und sie liebte. Ilkonys hatte auch ihren Gemahl Tibra geliebt. Minas wurde, als sie sich vermählten, nicht Aniela, sondern Tibra übergeben, aber der Magier hatte kein Interesse an dieser Aufgabe und überließ alles ihr. Die Herrscherfamilie wusste es ebenso wie jeder Pecha. Man billigte es still, nicht zuletzt, weil Ilkonys nichts anderes dulden würde.

Vor fünf Jahren fand Tibra in Sion den Tod. Seine Sorge galt Minas. Es war sein Wunsch, dass Aniela sich neu vermählen solle, um Minas zu halten. Und sie erwählte Seymas. Sie waren gleich alt, beide zählten sie zweiundsechzig Jahre nun. Einst herrschte Seymas als Than. Die tiefe Liebe, die ihn, den damals mächtigsten Priester mit dem Magier des Feuers verband, erstaunte die Reiche. Es war Seymas, der Harkym als Jüngling wegen eines lauten Aufbegehrens verurteilte, von nun an ruhelos zu wandern, niemals mehr Leitung zu finden und nirgendwo länger als drei Tage zu verweilen. Bei Tibras Tod herrschte Harkym schon als Than. Er verachtete Seymas und ließ es ihn auch bei jeder Begegnung spüren. Als Aniela Seymas zum Gemahl erwählte, da wusste die ganze Familie und jeder in ihrem Umfeld, dass ihr Sohn sie nun nicht wieder besuchen würde. Doch Minas ging ihr in allem vor.
Ein weiterer Freund des Magiers lebte hier. Thyrian zählte an die siebzig Jahre. Er war unter Seymas Pala des Than, diente auch Harkym einige Zeit. Hätte Aniela ihn erwählt, wäre Harkym ein häufiger Gast auf Minas. So blieb er fern.

Als Seymas noch Amarra beherrschte, versah er doch immer nur den geistigen Teil seines Amtes, der von ihm erwartete, die Reiche auf geistiger Ebene zu einen und so den Frieden zu bewahren. Die Verwaltung des Landes überließ er vollständig Thyrian. Aniela wählte ihn, weil er so handelte und wie er einst Amarra Thyrian überließ, so überließ er ihr Minas. Was ihr Amt betraf, so beriet sich die Fürstin stets nur mit Thyrian, der ihr in allem zur Seite stand.

Der Pecha-Sitz des Landes zeigte sich durchaus prachtvoll. Er wurde zweistöckig aus hellem Stein errichtet mit muskovit-verglasten Fenstern und flachem Dach. Das war kein Haus, sondern durchaus ein Palast. Ein großer Garten lag davor, durch den ein sich teilender, fein geschotterter Weg führte, der ein Wiesenrund umgab und sich nach außen durch eine hüfthohe Mauer abgrenzte. Innerhalb der Mauer befand sich auch die Stallung und es gab zwei weitere, ebenerdig errichtete Häuser, in denen die Dienerschaft wohnte. Ein weiteres Haus, außerhalb der Mauer, diente als Kaserne. Hinter dem Haus lag eine leicht abschüssige Wiese, die zu einem sich weit in das Land erstreckenden See führte. Dort stand ein kleiner Pavillon, in dem an warmen Tagen die Familie gern beisammen saß.

Aniela stand am großen, jetzt geschlossenen Fenster ihres Arbeitsraumes und schaute hinab zum See. Es war eine jener Stunden, in denen sie voll schmerzhafter Sehnsucht an Tibra dachte, den sie immer noch vermisste. Und wie stets, so galt ihr Sinnen jetzt auch den Kindern. Harkym wurde nicht von ihr geboren. Als sie sich in Tibra verliebte, gehörte der damals zweijährige, trotzige Knabe schon zu ihm. Tibra fand einst seine Mutter in den Wehen und da sie bei der Geburt verstarb, nahm er den Knaben zu sich. Aber sie dachte nie anders an Harkym als an ihren ältesten Sohn, den sie ebenso liebte wie ihre leiblichen Kinder. Ihr Sohn Uhray lebte in Sarai. Er besaß eine Weihe. Der Falla des dunklen Gottes Raaki war sein Freund. Viel zu lange hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Krystan lebte in Andraags Diensten auf der Burg, wo sie ihn manches Mal sah. Antaya, die ältere Tochter, hatte Minas mit ihren Kindern vor über einem Jahr verlassen. Sie wusste nicht, wohin Antaya ging und sorgte sich um die Tochter, die ihr eigenes Leben nicht liebte.

Aniela atmete tief durch. Es war gut, dass wenigstens Naphara im Haus blieb. Wie der Vater das Element des Feuers zu beherrschen trachtete, so widmete sich Naphara, nun zweiunddreissig Jahre alt, der Magie des Wassers. Sie tat dies mit großem Ernst. Aniela hielt nichts von Magie und auch nichts vom Priestertum, denn die Wissenschaften erschienen ihr einleuchtender. So konnte sie auch nicht beurteilen, ob Napharas Bemühen Wirkung zeigte. Sie wusste nicht, zu welcher Meisterschaft die Tochter inzwischen gelangte. Sie wünschte sich nur, Naphara würde eine Familie gründen oder sich wenigstens mehr um weltliche Belange kümmern wollen. Doch Streit gab es hierüber nie, einfach, weil Naphara es keinem erlaubte, sie zu hinterfragen. Hierin glich sie deutlich ihrem Vater.

Vor siebzehn Jahren beherbergten sie eine reisende Frau, die hier einen Sohn gebar. Sie wollte das Kind nicht, verließ heimlich das Land. Tibra und Aniela anerkannten den Säugling als eigenes Kind, was durchaus den Sitten entsprach. Sie gaben ihm den Namen Tharan. Aniela hoffte sehr, der Jüngling würde sich für die Verwaltung Minas' interessieren und mit ihr arbeiten wollen. Doch Tharan verweigerte stets den Dienst. Früher gab es deshalb oft Streit mit Seymas. Thyrian hielt zu Tharan, doch Seymas war mit vollem Recht Pecha von Minas und durfte durchaus Gehorsam verlangen. Irgendwann aber lernte der Junge, sich notfalls unter Berufung auf Harkym jedem Anspruch zu entziehen. Und da Seymas nach wie vor Grund besaß, Harkym zu fürchten, gab er dann stets nach. Inzwischen ließ man Tharan einfach gewähren. Doch oft fragte sich Aniela verwundert, wie ein so junger, kräftiger Bursche seine Tage ausschließlich im Spiel gestalten konnte.

 
Viele Tage war Tharan mit einigen Gefährten durch das Land gestromert. Vor wenigen Stunden erst kehrte er zurück. Der Jüngling war müde. Er ruhte bis zum Abend, um dann aber im Speisesaal mit der Familie zu essen.

   "Na, endlich ausgeschlafen, Brüderchen“, neckte Naphara.

Ehe der Jüngling zu antworten vermochte, spöttelte Seymas schon in verhaltenem Zorn:

   "Du solltest auf Minas bleiben und arbeiten, anstatt wie ein Tagedieb durchs Land zu ziehen und die Leute von ihrem Werk abhalten."

Thyrian wollte vermittelnd eingreifen, doch Tharan lachte nur und gab den Vorwurf ungerührt zurück:

   "Du hast dich doch selbst auch jedem festen Dienst verweigert, ehe du Than geworden bist, Seymas." Er mochte diesen Mann, aber er gab ihm keine Macht über sich. "Außerdem habe ich nicht nur gespielt, sondern das getan, was du als Pecha - und Priester - eigentlich tun solltest."

Betroffen sahen sie alle ihn an, doch er schwächte seine vorwurfsvollen Worte nicht ab.

   "Wo warst du?" wollte Aniela endlich wissen.

Tharan aß fast gierig. Kauend antwortete er:

   "Ich bin zu Raakis Tempel geritten."

   "Warum?" wunderte sich Seymas, der den Vorwurf nicht hoch gewichtete.

   "Weil Menschen unter der Hitze leiden“, kam die durchaus unwillige Antwort. "Bei der Siedlung Sandrik sind zwei Kinder gestorben. Jeder weiß, dass Priesterärzte mehr vermögen als die Dorfheiler."

   "Und der Falla empfing dich?" erkundigte sich Thyrian voll Interesse.

Tharan lachte leise auf. Die Tempel hatten ihre eigenen Sitten und deren Vorsteher widmeten ihre Zeit nicht den Reisenden. Naphara schmunzelte. Sie ahnte, wie der kleine Bruder sich wohl auf Harkym berief, um Gehör zu finden. Als Bruder des Than durfte er sogar Respekt verlangen.

   "Sie werden Minas helfen“, sagte Tharan aber nur.

   "Tee aus frischen Mesa-Blättern hilft," wusste Seymas. "Es ist gut, wenn die wirklich Kranken ihn erhalten können. Aber deine Hilfsaktion, so sehr sie dich auch ehrt, ist etwas übertrieben, Junge. Krankheiten wird es immer geben."

Tharan warf ihm einen etwas enttäuschten Blick zu. Er hätte sich ein wenig Lob gewünscht, gerade von Seymas, den er als Freund betrachtete. Trotzig schob er die Unterlippe etwas nach vorn. Naphara musterte ihn erstaunt. Jetzt sah er Harkym wirklich ähnlich, aber niemandem sonst fiel dies auf.

   "Wenn es schlimmer wird in Minas," drohte er fast erregt, "dann verlange ich, dass man meinen Bruder informiert."

Seymas lächelte sacht.

   "Dein Bruder interessiert sich nicht mehr für Minas," mahnte er.

   "Er interessiert sich nicht für den Pecha von Minas," widersprach Tharan fast zornig. "Aber er hat bestimmt nicht vergessen, dass hier seine Heimat ist. Nicht wahr, Thyrian, wenn ich es will, wirst du ihn rufen?"

Fast bittend sah er den alten Mann an, der ihm beruhigend zulächelte. Thyrian besaß noch eine Rapportverbindung nach Amarra. Und er hatte auch Harkyms Weisung nicht vergessen. Wenn Tharan nach ihm verlangte, musste er diesen Wunsch übermitteln.

   "Soll ich ihn rufen?" bot Thyrian mit ruhiger Stimme an.

   "Genug jetzt," entschied Aniela da hastig. "So dringlich ist die Sache wirklich nicht." Eine Begegnung zwischen Harkym und Seymas konnte nichts Gutes bringen. "Die Hilfe der Priesterärzte ist natürlich willkommen, aber mehr ist ganz gewiss nicht nötig."

Das gemeinsame Mahl endete ungewohnt rasch. Tharan zog sich unter fadenscheinigem Vorwand mit Naphara zurück. Die Schwester verstand ihn besser und sie teilte auch sein Zutrauen in den fernen Bruder.

Ausführlich erzählte er ihr von seiner Reise, die doch auch ein Abenteuer war. Naphara lauschte und später schimpfte sie auch ein wenig, weil sie es nicht für gut hielt, wenn sich der Jüngling allein und ohne Schutz so weit entfernte. Tharan lachte nur darüber. Als zwölfjähriger Knabe reiste er allein bis ins weit entfernte Königreich Khyon. Es gab nichts, das er fürchtete. Und er ahnte, dass ihr gespielter Zorn mehr der Hoffnung entsprang, im Wiederholungsfall zur Begleitung aufgefordert zu sein.

 
Der nächste Tag blieb kühl. Tharan hielt sich trotzdem ein wenig beim See auf. Er überlegte, ob er hinaus rudern wolle, entschied sich dann aber anders. Als er sich zum Haus wandte, fiel ihm Thyrian auf, der mit halb geschlossenen Augen im Pavillon saß. Tharan ging zu ihm.

   "Hast du gesehen, dass die ersten Blüten da sind?" erkundigte sich Thyrian, ohne die Augen weiter zu öffnen.

   "Ich sah auch die Frösche am Ufer und drüben auf den Bäumen turnt ein Swaga-Hörnchen," erwiderte Tharan fröhlich. "Trotzdem ist es kalt. Lass uns ins Haus gehen."

   "Bleibst du ein wenig bei mir?"

Tharan stimmte gern zu. In Thyrians Gemach brannte ein wärmendes Feuer. Ein Diener brachte einen Krug voll heißen Weines. Thyrian trank nur wenig, doch er spürte die Wärme, die nun auch in seinem Körper entstand. Tharan nippte nur an seinem Becher, was Thyrian schmunzeln ließ.

   "Du bist durchaus alt genug, um Wein zu trinken," meinte er, wohl wissend, dass sich Tharan zurück hielt, um nicht von ihm ermahnt zu werden. "Du bist ein Mann geworden, Junge. Und dein Ritt zum Tempel zeigt, dass du auch als solcher zu handeln vermagst."

   "Nanu," staunte Tharan da, "ich dachte, ihr alle haltet das für überflüssig und übertrieben. Ich mache mir Sorgen um Minas, Thyrian. Sicher, es sind nur einige Menschen krank. Aber ich habe so ein Gefühl, als wenn dies nur der Anfang sei."

   "Dein Vater hat seinen Gefühlen, seiner Intuition immer mehr vertraut als seinem Wissen," murmelte Thyrian nachdenklich. "Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir ausführlicher von deiner Reise erzählen wolltest."

Da setzte sich Tharan nahe zu ihm. Thyrian tastete nach seiner Hand, hielt sie ohne Druck. Und er hörte aufmerksam und wertfrei zu. Erst, als Tharan endete, stellte er Fragen. Danach schwieg er sinnierend.

   "Du bist müde," stellte Tharan nach langer Zeit fest. "Schlafe doch ein wenig, Thyrian. Ich schaue mir inzwischen die neuesten Berichte aus Minas an.
Wir können später gern weiter reden."

   "Möchtest du, dass ich Amarra um Hilfe bitte?" erkundigte sich Thyrian nachdenklich.

   "Ich weiß nicht, ob das richtig ist," gab Tharan zu. "Harkym würde sicher viele Ärzte schicken. Aber er wäre wohl auch ärgerlich, wenn es wirklich übertrieben ist."

   "Ich kann ihn nur benachrichtigen lassen, wenn du es verlangst." Thyrian lächelte sacht. Einst war er auch Pala und Sachwalter dieses Than, doch das lag lange zurück. Harkym achtete ihn, das wusste er. Aber sie standen sich nicht wirklich nahe. "Wir brauchen auch nicht nur die Priesterärzte, Junge. Wir brauchen Mesa."

   "Raakis Tempel schickt uns davon."

   "Das wird nicht genügen, fürchte ich. Wir brauchen sehr viel davon. Wer sollte in Raakis Tempel die Blätter pflücken?"

Tharan nickte langsam. Dies hatte er nicht bedacht. Mesa kannte er seit seiner Kindheit. Auf dem Wiesenrund vor dem Haus wuchs auch einer dieser Sträucher. Jeder Tempel hütete die Mesa. Die Pflanze galt als heilig in den Reichen.

Der Sage nach entstand die Mesa aus den Tränen, die Raaki, der dunkle Gott des Todes weinte, als seine große Liebe Antares, die Göttin des Lichts, unter die Gewalt Minosantes, des Gottes der Kraft geriet. Mesa blühte nur einmal im Jahr und auch dann nur einen einzigen Tag lang. Die Blüte bezauberte jeden, der sie sah. Kindskopfgroß schillerte sie in allen Farben und verströmte zugleich einen betörenden Duft.

Doch die Mesa konnte nur blühen, wenn in ihren Wurzeln die Onik nestete. Diese Viper war das giftigste Tier der Nebelreiche, zugleich aber blieb sie friedliebend und scheu. Selten sah man das ganze Tier, doch wer sich der Mesa näherte, der sah häufig den Kopf der Viper, die züngelnd und drohend den Menschen aus ihren goldgeränderten Augen anstarrte, bereit, sofort zu beißen, wenn der Pflanze ein Leid geschah. Ihr hellgrüner Körper mit dem goldenen Zackenband auf dem Rücken schimmerte sacht. Und wenn die Viper zubiss, so tötete ihr Gift das Opfer erbarmungslos.

Die Onik beschützte die Mesa und wehe dem Menschen, der dem Strauch schaden wollte. Es kam schon vor, dass ein solcher Mensch dann tagelang von der Onik verfolgt wurde, bis sie ihre Rache endlich verwirklichen konnte.

Nach der Sage entstand die Onik aus dem Blut, das floss, als Raaki sich selbst den Tod gab, um Antares so zu erlösen.

Die Blätter des immergrünen Strauches besaßen durchaus Heilkraft und gegen die Hitze wirkten sie oft als letztes Mittel. Aber die Pflanze durfte nicht verletzt werden. Der Duft aus der Bruchwunde war fast ebenso tödlich wie der Biss der Onik.

Es gab wohl sehr starke Priester, welche es verstanden, die Onik zu beschwichtigen und so einige der wertvollen Blätter zu gewinnen. Und mehr als einige Blätter würde niemand je der Mesa rauben wollen.

   "Ich habe gehört, dass die Mesa auf Amarra häufiger wächst," erinnerte sich Tharan.

   "Beim Tempel gibt es einen großen Mesa-Garten," bestätigte Thyrian. "Aber auch wild findet man die Mesa dort sehr häufig. Sie wird dort drei Mal so groß wie hier. Die Blätter der Mesa auf Amarra sind noch wirksamer. Aber du hast Recht, Tharan. Ich bin sehr müde. Lass uns später beraten, welches Tun angemessen ist."

 

Ende Kapitel 3

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